Die GS schnuppert noch mehr Bergluft.

Zur Edelweißspitze und weiter zur Franzenhöhe

DSC01908Den Montag überspringe ich. Das Wetter ist leider gut und so fällt es doppelt schwer die notwendigen Dinge zu tun. Das Moped muss vom Hänger und unser “Anwesen” hat auch ein paar Reparaturen nötig.

Heute ist Dienstag, die Sonne kitzelt uns aus der Koje. Der Wettermann von ZIB verspricht einen strahlenden Tag. Die erste Motorradtour, virtuell schon hundert mal gefahren, soll heute real werden. Eine Warmfahrtour über den Pass Thurn nach Kitzbühel und zurück. Ungefähr 150 km, vielleicht mehr, vielleicht weniger. Ich kontrolliere die Entfernung nicht wirklich. Es ist das Gebiet, in dem ich mich auch auf Skiern bewegt habe. Es reizt die andere Perspektive. Manchmal ist es unglaublich, wie viele Kilometer man auf Skiern in relativ kurzer Zeit zurück legt. DSCN2219DSCN2237DSCN2238

Nun denn, ich bin nach 4 Stunden zurück und ziemlich high vom Kurventanz. Hanne freut sich. Ich bin früh und wir können den Nachmittag gemeinsam genießen.

Dienstag, heute ist Großglocknertag. Ich bin schon früh auf und ungeheuer hibbelig. Wie oft habe ich von der Tour geträumt,  nächtelang geplant und Motorradreiseführer gelesen. Obwohl am Ende, einschließlich An-und Abfahrt, nur 250 km auf dem Tacho sein werden. Trotzdem ist es etwas Besonderes. Ich bin mit dem Auto schon zweimal die Hochalpenstraße gefahren, Mit dem Motorrad wird heute das erste Mal sein. Obwohl ich im Geiste die Kurven schon oft geschwungen bin.

Schon die Anfahrt zum  Glockner ist ein Erlebnis. Über die Glockner Straße, vorbei an Fusch, hinauf zur Mautstelle. Der Einstieg gibt dem Motorradfahrer einen ersten Eindruck auf das was ihn erwartet. Die Landschaft drängt sich so in den Vordergrund, dass es ein gerüttelt Maß an Konzentration erfordert, das Motorrad sauber durch die Kurven zu zirkeln.Nach der Mautstelle um 28 Euro leichter, geht es weiter aufwärts. Zuvor hatte die Dame an der Kassa noch vor rutschigen Stellen im Bereich der Edelweißhütte gewarnt. Sie verhielt sich überhaupt sehr bikerfreundlich. Selbst als meine behandschuhten Hände das Ticket und Wechselgeld nicht so schnell wie gewöhnlich verstauen konnten, wies sie drängelnde Autofahrer, mit dem Hinweis auf Urlaub oder auf der Flucht sein, zurecht. Auf meine Frage, ob sie selbst ein Moped bewege, kam lachend:”I need, aber mei Mo”.

Faszination Motorradfahren. Hochalpine Tour mit dem Motorrad.

Der ganze Berg scheint ohnehin fest in der Hand von Rad- und Motorradfahrern zu sein. Alle Einrichtungen sind auf diese beiden Spezies zugeschnitten. So zum Beispiel Spinde, die an exponierten Stellen aufgebaut, dem Biker die Möglichkeit bieten, Helm und Motorradkluft für eine Wanderung oder eine Besichtigung der zahlreichen Lehrpfade, sicher zu verstauen. Wohlgemerkt kostenlos. Na ja, kostenlos? Die Maut ist schon heftig. Trotzdem, sie ist jeden Cent wert.

 

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Rauf auf die Kaiser Franz Josefs Höhe, am Fuße des Pasterzengletschers. Auch hier, ein Herz für Biker. Privilegierte Parkplätze für Mopeds direkt am Gletscher. Die erwähnten Spinde direkt daneben.

Ich war vor fünfzig Jahren schon einmal hier. Der Rückgang des Gletschers ist erschreckend. Wer immer noch den Klimawandel verleugnet muss mit dem Klammerbeutel gepudert sein.

Ein kurzer Abstecher nach Heiligenblut und zurück in die Mäander  der Glockner Straße und weiter nach Hause. Hanne wartet schon.

Es war ein fantastischer Tag.

In alter Frische euer Günni.

Morgen geht’s weiter!

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